Über 50.000 Fotos, ein System: mein Fotoarchiv mit digiKam

von Janine Burek | Aug. 24, 2026 | Foto & Video

26 Jahre Fotos aus Dorfleben, Natur und Familie, gesammelt mit Spiegelreflexkamera, iPhone, Drohne und Action Cam - ohne Verschlagwortung nicht mehr auffindbar. Wie ich mein berufliches Media-Asset-Management-Wissen aus Opix Media City auf ein privates Fotoarchiv mit digiKam, Synology und MariaDB übertragen habe.

Lesezeit: 3 Minuten

Ausgangslage

Über die letzten 26 Jahre sind bei mir mehr als 50.000 Fotos zusammengekommen: Dorffeste, Vereinsleben, Naturereignisse im Ort, dazu Tiere, Pflanzen und Familie. Angefangen hat das mit einer Spiegelreflexkamera, später kamen iPhone, Drohne und Action Cam dazu. Jedes Gerät bringt seinen eigenen Speicherort und sein eigenes Format mit, und mit den Jahren wurde aus der Sammlung ein Berg, durch den sich niemand mehr klicken wollte.

Warum es ohne System nicht mehr ging

Ich erstelle regelmäßig Content für Social Media und greife dafür auf dieses Archiv zurück, wenn ich zum Beispiel Naturbilder, Blitzaufnahmen, Tiere oder eine ganz bestimmte Situation wie eine Katze im Gras brauche. Ohne Verschlagwortung war das reines Durchsuchen nach Gefühl. Dazu kommt, dass mein Mann für eigene Webprojekte ebenfalls auf den Bestand zugreifen möchte, ohne dass ständig Kopien zwischen Rechnern hin- und hergeschickt werden.

Was ich aus dem Beruf mitbringe

Bei ppm Fulda arbeite ich mit Opix Media City, einem Media-Asset-Management-System. Tagging und Metadaten pflegen, Rechteverwaltung und feste Workflows gehören dort zum Alltag. Ein Bild findet man über Schlagworte, nicht über die Erinnerung, in welchem Ordner es liegen könnte. Genau dieses Prinzip habe ich aufs private Archiv übertragen: erst die Struktur klären, dann die Software danach einrichten und nicht umgekehrt.

Warum digiKam

Für den privaten Einsatz fiel die Wahl auf digiKam: Open Source, selbst gehostet, ohne Cloud-Abo und ohne dass Fotos ein Familienarchiv wieder verlassen müssen. Wichtig war außerdem, dass mehrere Personen gleichzeitig auf dieselbe Sammlung zugreifen können, jede und jeder mit eigenem Rechner.

Das technische Setup

Die Fotos liegen auf der Synology, dort lagen sie ohnehin schon. Als Datenbank für die Sammlung läuft MariaDB statt der digiKam-Standardlösung SQLite, weil mehrere Rechner in der Familie gleichzeitig auf dieselbe Sammlung zugreifen sollen und SQLite für Mehrbenutzerbetrieb nicht ausgelegt ist. Eine Ausnahme gibt es: Die Thumbnails-Datenbank liegt bei jedem Rechner lokal statt zentral auf der Synology. Der Grund ist Geschwindigkeit. Vorschaubilder werden bei jedem Blick ins Archiv neu abgefragt, und über das Netzwerk wäre das spürbar langsamer als lokal.

Seit Anfang 2026 im Einsatz

Seit Anfang 2026 läuft das Setup, und im Alltag zeigt sich der Unterschied vor allem bei der Suche: Was früher minutenlanges Durchklicken bedeutete, ist jetzt eine Frage von Sekunden. Für mich ist das der eigentliche Wert von Media Asset Management, ob beruflich mit Opix oder privat mit digiKam: nicht die Software an sich, sondern dass ein Archiv seinen Zweck erfüllt und tatsächlich genutzt wird, statt nur zu wachsen.

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