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Sichtbar werden, auch ohne Konzern-Budget

Fünf Jahre lang haben wir nebenberuflich einen Onlineshop für Stoffwindeln und Bio-Babykleidung betrieben – mit SEO, Google Ads und Google Shopping im Gepäck. Was am Ende wirklich für Umsatz sorgte, hat mich überrascht.

Juni 2026 · ~7 Min. Lesezeit · Google Ads · Google Shopping · SEO · GEO

Der Shop

Fünf Jahre lang haben wir nebenberuflich einen Onlineshop mit Gambio betrieben – Stoffwindeln und Bio-Babykleidung, eine Nische mit kleiner, aber treuer Zielgruppe. Kein Lager voller Markenware, kein Werbebudget wie die großen Versandhändler, sondern ein Shop, der sich seine Sichtbarkeit selbst erarbeiten musste.

Genau deshalb kamen SEO und SEA für mich früh ins Spiel. Ohne Markenbekanntheit und ohne ein Budget, das mit dm, Amazon oder den großen Babyausstattern mithalten konnte, musste jeder Cent und jede Stunde Arbeit gezielt eingesetzt werden. Sichtbarkeit war keine Kür – sie war die Voraussetzung dafür, dass der Shop überhaupt jemand fand.

On-Page SEO für eine Nische mit eigener Sprache

Stoffwindeln haben ihre eigene Fachsprache: Pocketwindeln, AIO, Einlagen, Snap-in, Bio-Baumwolle, Merino-Wolle als Überhose. Wer in dieser Nische sucht, sucht nicht „Windeln", sondern sehr genau – nach Systemen, Materialien, Marken. Das war mein erster Ansatzpunkt: Produktbeschreibungen, Titel und Meta-Tags so zu formulieren, dass sie exakt diese Begriffe trafen, statt allgemeine Kategorien zu bedienen.

Genauso wichtig war die interne Verlinkung – zwischen Produktseiten, Ratgebertexten und Kategorien, damit Google verstand, wie die Inhalte zusammenhängen. Bei einem Nischenshop mit begrenztem Sortiment ist das oft der größere Hebel als reine Keyword-Dichte.

Fachbegriffe als Keywords

Wer in einer Nische verkauft, sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen – nicht die der Suchmaschinenoptimierung. „Pocketwindel" bringt mehr qualifizierten Traffic als „waschbare Windel".

Google Ads & Google Shopping

Neben SEO lief von Anfang an Google Ads mit – klassische Textanzeigen für Suchbegriffe, bei denen organisch noch keine Chance bestand, und ein Produkt-Feed für Google Shopping. Letzterer war der aufwendigere Teil: Jedes Produkt brauchte korrekte Kategorien, Attribute und aktuelle Preise, damit der Feed nicht von Google abgelehnt wurde oder schlecht rankte.

Mit einem kleinen Werbebudget musste jede Kampagne eng beobachtet werden. Kein Spielraum für Streuverluste – jeder Klick, der nicht zum Kauf wurde, war ein Klick, der hätte besser investiert werden können.

Der Wendepunkt: Social Media

So sauber SEO und Google Shopping auch liefen – der eigentliche Umsatztreiber kam von einer ganz anderen Seite. Die meisten Kundinnen fanden den Shop nicht über Google, sondern über Instagram- und Facebook-Werbung – und über die Stoffwindel-Communities auf Facebook, in denen sich junge Eltern gegenseitig Empfehlungen austauschen.

✦ Erfahrung aus 5 Jahren
Reichweite kam von Menschen, nicht von Suchmaschinen

SEO und Google Shopping haben funktioniert – aber sie waren nie der Hauptkanal. Die Empfehlung in einer Facebook-Gruppe oder ein gut getimter Instagram-Post hat regelmäßig mehr Bestellungen ausgelöst als jede Suchanzeige.

Die beste Suchmaschinenoptimierung nützt wenig, wenn die Kaufentscheidung schon in der Facebook-Gruppe gefallen ist.

Das war eine Lektion, die sich nicht aus Lehrbüchern ergibt: In einer Nische, in der Vertrauen und Erfahrungsaustausch eine große Rolle spielen, schlägt eine engagierte Community oft die beste Suchmaschinenoptimierung.

Fazit aus 5 Jahren SEO/SEA

Nach fünf Jahren haben wir den Shop geschlossen – aus privaten Gründen, nicht weil das Geschäftsmodell nicht funktioniert hätte. Was bleibt, ist die Erfahrung: SEO und SEA waren ein solides technisches Fundament, ohne das der Shop kaum gefunden worden wäre. Aber der eigentliche Hebel für Reichweite und Vertrauen lag in den sozialen Kanälen und den Communities, nicht in der Suchmaschine.

Blick nach vorn: GEO statt SEO?

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit GEO – Generative Engine Optimization. Der Gedanke dahinter: Inhalte werden nicht mehr nur für klassische Suchergebnislisten optimiert, sondern dafür, dass sie von KI-Antwortmaschinen wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews oder Claude verstanden, zusammengefasst und zitiert werden.

Wer wie ich täglich mit Claude Code und n8n arbeitet, merkt früh, in welche Richtung sich das entwickelt: Immer mehr Anfragen, die früher über eine Google-Suche gelaufen wären, landen heute direkt bei einer KI – die eine fertige Antwort liefert, statt zehn blaue Links.

Klassisches SEO verliert dadurch gerade spürbar an Boden. Google AI Overviews beantworten immer mehr Suchanfragen direkt in der Ergebnisliste, ganz ohne Klick auf eine Website – und parallel wandert ein wachsender Teil der Anfragen komplett zu ChatGPT, Perplexity oder Claude ab, wo klassische Suchergebnisse gar nicht mehr auftauchen. Für Websites bedeutet das: Sichtbar bei Google zu sein reicht nicht mehr aus, wenn die Antwort längst woanders entsteht. GEO ist deshalb für mich kein optionales Add-on mehr, sondern die Voraussetzung dafür, in den nächsten Jahren überhaupt noch gefunden zu werden.

Wie ich KI schon heute für SEO und GEO nutze

Das ist für mich keine Zukunftsmusik, sondern gelebte Praxis: Ich pflege SEO-Titel, Meta-Descriptions und strukturierte Daten (Schema.org) nicht mehr über eine Plugin-Oberfläche, sondern direkt im Code – mit Claude Code als eigentlichem SEO-Werkzeug. Rank Math läuft technisch noch im Hintergrund, wird von mir aber nicht mehr aktiv bedient.

Konkret heißt das: Claude unterstützt mich dabei, KI-Crawlern überhaupt erst Zugriff zu verschaffen, FAQ-Schema gezielt dort einzusetzen, wo es für KI-Antwortmaschinen etwas bringt, und Lead-Absätze so zu schreiben, dass sie die Kernfrage einer Seite im ersten Satz beantworten. Damit die so optimierten Seiten nicht in einer To-do-Liste liegen bleiben, läuft im Hintergrund n8n: Es überwacht die Freigabe per E-Mail und stößt den automatisierten Sync nach WordPress an, sobald eine Seite freigegeben ist. So wird aus KI-gestützter Optimierung kein einmaliges Projekt, sondern ein Workflow, den ich für jede neue Seite nutze.

Ehrlich gesagt

Mittlerweile habe ich GEO an einem echten Projekt umgesetzt – an der eigenen Seite. Ein Cloudflare-Fund zeigte, dass alle relevanten KI-Crawler komplett blockiert waren; strukturierte Daten, llms.txt und gezielte Performance-Fixes kamen dazu. Nicht alles hat funktioniert wie geplant – genau das gehört zur ehrlichen Bilanz dazu. Die ganze Geschichte gibt's in der Case Study zur GEO-Optimierung.

Für mich ist GEO deshalb kein Experiment mehr am Rand, sondern fester Teil meiner Arbeitsweise – als Ergänzung zu SEO und SEA, die immer wichtiger wird.