Wie aus Parzeller ppm Fulda wurde
Ein Corporate Design, das im laufenden Betrieb eine komplette Markenumbenennung mittragen musste: Anzeigen, Stellenausschreibungen, Landingpages und Geschäftsausstattung, alle auf dieselbe neue Marke abgestimmt.
Auf einen Blick
Neues Logo in ein Corporate-Design-System für alle Medien übersetzen
Bewerber:innen, Kund:innen, Geschäftspartner
Adobe InDesign, Illustrator, Photoshop, WordPress/Divi
Abgeschlossen, ppm Fulda hat den Betrieb 2026 eingestellt
Anzeigen, Stellenanzeigen, Landingpages, Geschäftsausstattung, Sonderprodukte
Ausgangslage
Parzeller print & media war jahrzehntelang der Name für die Rollenoffsetdruckerei in der Frankfurter Straße in Fulda. Nach einer Insolvenz ging das Unternehmen 2023 unter neuem Namen und Logo weiter: ppm Fulda. Das neue Logo legte die Geschäftsführung gemeinsam mit dem Marketing-Team fest, in dem ich mitgearbeitet habe. Mit dieser Entscheidung war der Name gesetzt, aber die eigentliche Arbeit fing erst an. Das neue Logo musste auf jeder Anwendung ankommen, die im Tagesgeschäft entsteht, von der Stellenanzeige bis zum Briefbogen.
Herausforderung
Ein neues Logo ist in wenigen Wochen entschieden, aber lange nicht überall angekommen. Laufende Stellenausschreibungen, Briefpapier auf Lager und Kundenprojekte liefen zum Zeitpunkt der Umbenennung weiter. Die Umstellung musste passieren, ohne dass mitten in einem Bewerbungsprozess zwei verschiedene Absender auftauchten oder eine Anzeige mit altem Logo erschien, während die Landingpage dahinter schon das neue zeigte. Dazu kam die gestalterische Seite: Die Farbwelt aus Blau und Orange sollte erkennbar bleiben, gleichzeitig aber klar zeigen, dass hier etwas Neues steht.
Lösung
Statt jede Anwendung einzeln neu zu entwerfen, habe ich ein festes Set aus Bausteinen aufgesetzt: eine feste Logoplatzierung, das diagonale Flächenelement aus dem neuen Erscheinungsbild, klar abgegrenzte Farbflächen für Kontakt- und Bewerbungsbereiche. Dieses Set ließ sich auf sehr unterschiedliche Formate anwenden, von einer schmalen Zeitungsanzeige bis zu einer mehrseitigen Landingpage, ohne dass für jedes neue Medium eine komplett neue Entscheidung nötig war.
Umsetzung
Anzeigen
Die alten Anzeigen unter Parzeller print & media arbeiteten mit Produktionsfotos und viel Fließtext. Für ppm Fulda habe ich die Anzeigenmotive reduziert: klare Headline, ein Icon-Set für die Produktkategorien, das diagonale Flächenelement als wiederkehrendes Merkmal. Dieselbe Bildsprache trägt seither Motive für Printanzeigen genauso wie für digitale Kanäle.
Stellenanzeigen und Recruiting
Weil ppm Fulda durchgehend Personal gesucht hat, war Recruiting einer der größten Anwendungsfälle. Ich habe eine volle DIN-A4-Version für Jobportale und eine kompakte Version für Anzeigenflächen mit wenig Platz gestaltet, beide mit denselben Bausteinen: Blaufläche mit der ausgeschriebenen Position, Kontaktdaten und QR-Code zur Bewerbung. Dieselbe Systematik lief auf der Recruiting-Landingpage weiter, komplett mit Bewerbungsformular.
Landingpages
Auf der Website habe ich mehrere Landingpages zu einzelnen Produktbereichen umgesetzt, etwa zum Rollenoffsetdruck oder zu speziellen Formaten wie DIN A6. Sie folgen demselben Aufbau: blaue Hero-Fläche mit Headline, kurze Absätze zu den Leistungen, Kontaktformular am Seitenende.
Geschäftsausstattung
Briefpapier und Visitenkarten mussten pünktlich zur Umbenennung fertig sein, weil sie im täglichen Schriftverkehr sofort auffallen, wenn sie nicht zum aktuellen Namen passen. Beide setzen die Farbwelt zurückhaltender um als die Anzeigen: das Logo oben, eine schmale Fußzeile mit den Kontaktdaten, sonst viel Weißraum.
Sonderprodukte
Nicht jede Anwendung war Eigenwerbung. Für ein Kundenprojekt, ein Rätselheft mit Kreuzworträtsel, Sudoku und Suchbild, lief das Corporate Design als Rahmen um ein bestehendes Redaktionsprodukt: eigene Recruiting-Anzeige auf der Rückseite, sonst unverändertes redaktionelles Innenleben.
Ergebnis & Mehrwert
Am Ende griff dasselbe System auf Papier, im Web und in Fremdproduktionen: Eine Anzeige, eine Stellenausschreibung und eine Landingpage waren auf den ersten Blick als dieselbe Marke erkennbar, obwohl sie in unterschiedlichen Formaten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind. Neue Anwendungen ließen sich danach schneller umsetzen, weil die Grundentscheidungen, Logoplatzierung, Farbflächen, Bildsprache, schon getroffen waren und nicht bei jedem Auftrag neu verhandelt werden mussten.
Screenshots








Erkenntnisse
Ein Rebranding zeigt sich weniger am neuen Logo selbst als an den vielen kleinen Anwendungen danach. Die Entscheidung für Farben und Formen trifft man einmal, ob sie trägt, merkt man erst, wenn sie auf einer schmalen Anzeigenspalte genauso funktionieren muss wie auf einer breiten Landingpage. Ein wiederverwendbares Bausteinsystem war dabei hilfreicher als ein für jedes Medium neu gedachtes Layout, gerade weil unter Zeitdruck immer wieder neue Anwendungen dazukamen, an die vorher niemand gedacht hatte.
Verwandte Projekte
Mehr zu meiner Arbeit bei ppm Fulda insgesamt gibt es im Artikel Was ich täglich mache, weitere Gestaltungsarbeiten im Artikel Zwischen Papier und Pixel und in der Portfolio-Übersicht.
Häufige Fragen
Die Umsetzung eines Corporate-Design-Systems für ppm Fulda (vormals Parzeller print & media) über Anzeigen, Stellenausschreibungen, Landingpages, Geschäftsausstattung und Sonderprodukte hinweg, entstanden rund um das Rebranding 2023.
Das neue Logo legten Geschäftsführung und Marketing-Team gemeinsam fest. Janine Burek hat danach die Farbwelt und die Anwendung des neuen Corporate Designs über alle Medien hinweg entwickelt und koordiniert.
2023.
Nein. ppm Fulda hat den Betrieb 2026 eingestellt. Diese Case Study zeigt die Corporate-Design-Arbeit aus den Jahren davor.
Zeitungs- und Onlineanzeigen, Stellenanzeigen in voller und kompakter Version, Recruiting- und Produkt-Landingpages, Briefpapier, Visitenkarten und Sonderprodukte wie ein Rätselheft für ein Kundenprojekt.
Adobe InDesign, Illustrator und Photoshop für die Printmedien, WordPress mit Divi für Landingpages und Web-Auftritte.