Ehrenamt · Case Study

Rund um den Apfel — Ein Einladungsreel, das erzählt statt wirbt

Für den Familiennachmittag „Rund um den Apfel" des Familienpastoralteams meiner Kirchengemeinde habe ich ehrenamtlich ein KI-gestütztes Einladungsreel entwickelt: von der Konzeptidee bis zum fertigen Schnitt komplett in Eigenregie, ohne Bezahlung.

25.09.2026 · Pfarrzentrum St. Jakobus, Hünfeld · Ehrenamtliches Projekt · 42s Reel · 1080×1920

Projekt auf einen Blick

🎯
Ziel
Junge Familien emotional statt klassisch zum Familiennachmittag einladen
👥
Zielgruppe
Junge Familien mit Kindern, WhatsApp-Kanal Großenbach
🛠️
Technologien
ChatGPT, KI-Bildgenerierung, Adobe Firefly, Veo 3.1 Fast, DaVinci Resolve
Status
Ehrenamtliches Projekt, abgeschlossen
📦
Umfang
1 Einladungsreel, 42s, vertikal, für WhatsApp

Die Ausgangslage

Am 25.09.2026 lädt das Familienpastoralteam meiner Kirchengemeinde von 17 bis 19 Uhr ins Pfarrzentrum St. Jakobus in Hünfeld ein: zum Familiennachmittag „Rund um den Apfel", mit kreativen Angeboten und Impulsen rund um den Apfel und einem abschließenden Begegnungsfest, zu dem Familien eine Kleinigkeit aus Äpfeln mitbringen dürfen.

Beworben werden sollte die Veranstaltung über den WhatsApp-Kanal der Gemeinde, mit dem Ziel, gezielt junge Familien mit Kindern anzusprechen. Ich habe angeboten, dafür ehrenamtlich ein kurzes Video zu produzieren.

Die Herausforderung

Eine klassische Veranstaltungsankündigung mit Datum, Ort und Programmpunkten wollte ich vermeiden. Stattdessen sollte das Reel schon visuell vermitteln, wie sich der Nachmittag anfühlen könnte, mit dem Apfel als wiederkehrendem Motiv, das Kreativität, Entdecken, gemeinsames Erleben und Essen miteinander verbindet.

Die zweite Herausforderung kam über die Technik: KI-generiertes Video wirkt schnell wie eine lose Aneinanderreihung einzelner Clips statt wie eine zusammenhängende Geschichte, und komplexe Bewegungsabläufe führen bei generativem Video oft zu sichtbarem Morphing. Beides musste ich gezielt in den Griff bekommen, ohne dass die eigentlichen Veranstaltungsinformationen am Ende untergehen.

Warum ehrenamtlich?

Für dieses Projekt gab es keinen Auftraggeber im klassischen Sinn und keine Bezahlung: nur die Bitte des Familienpastoralteams um ein Einladungsvideo und meine Zusage, das in meiner Freizeit umzusetzen. Weil die Veranstaltung öffentlich beworben wird, zeige ich das fertige Ergebnis hier als Arbeitsprobe.

Die Lösung

Ausgangspunkt war eine einzige dramaturgische Frage: Was kann aus einem Apfel alles entstehen? Der Apfel wird zum roten Faden: von einem einzelnen Apfel über Kreativität, Verarbeitung und Entdecken bis zum Kern, der zur Gemeinschaft führt, und schließlich zu einer großen, gemeinsamen Tafel. Die Bildwelt wächst dabei vom Kleinen ins Große und kehrt am Ende wieder zum einzelnen Apfel zurück, ein visueller Kreis.

Die Umsetzung

Storyboard & Keyvisuals

Statt direkt komplette Videos generieren zu lassen, habe ich für jede wichtige Szene zuerst ein Standbild entwickelt: vom Apfel am Baum über Basteltisch, Trockner und Saftpresse bis zum aufgeschnittenen Apfel mit sichtbarem Kernstern und der großen Tafelrunde. So ließen sich Bildsprache und Komposition kontrollieren, bevor überhaupt animiert wurde, und die Keyvisuals dienten anschließend als Start- oder Endframes für die Videogenerierung.

KI-Videogenerierung mit Adobe Firefly & Veo 3.1 Fast

Ein KI-Videomodell interpoliert nicht wie ein klassisches Animationsprogramm zuverlässig zwischen zwei stark unterschiedlichen Bildern. Ein früher Versuch, direkt vom Apfel am Baum zum aufgefangenen Apfel in einer Kinderhand zu animieren, führte zu deutlichem Morphing. Die Lösung: komplexe Szenen in mehrere kurze Clips mit je einer klaren Aktion zerlegen und die Übergänge im Schnitt herstellen, statt sie der KI in einem Schritt zu überlassen.

Match Cuts & Schnitttechnik

Wo die KI an ihre Grenzen kam, halfen klassische Schnittprinzipien: gleiche Bewegungsrichtungen über einen harten Schnitt hinweg (Pull-back → Schnitt → Pull-back) wirken wie eine durchgehende Kamerafahrt, und ein Objekt, das kurz den ganzen Frame füllt, liefert einen nahezu unsichtbaren Schnittpunkt. Viele generierte Clips waren zudem länger als nötig: im Schnitt blieben oft nur die stärksten ein bis wenige Sekunden übrig.

Musik & Sound

Weil das Reel für WhatsApp statt für Instagram bestimmt ist, musste die Musik fest ins Video eingebettet sein: ein plattformseitiger Musik-Picker steht dort nicht zur Verfügung. Nach zwei ruhigeren Kandidaten habe ich mich für einen energiegeladenen, warmen Acoustic-Pop-Track entschieden, der Gemeinschaft und Leichtigkeit unterstützt statt zurückhaltend zu wirken.

Finaler Schnitt in DaVinci Resolve

Der Feinschliff entstand in DaVinci Resolve: Auswahl der stärksten Bereiche aus den KI-Clips, Texteinblendungen mit ausreichend Lesezeit, und eine Schlusskarte, die Titel, Termin, Ort und den Hinweis aufs Mitbringen einer Apfelköstlichkeit klar bündelt, ohne den ruhigen Bildabschluss zu stören.

Ergebnis & Mehrwert

Entstanden ist ein fertiges 42-Sekunden-Reel, das im WhatsApp-Kanal der Gemeinde eingesetzt wird. Da es sich um ein unbezahltes Ehrenamtsprojekt ohne kommerzielle Kennzahlen handelt, liegt der Mehrwert weniger in Klick- oder Konversionszahlen als darin, dass hier ein kompletter Workflow (Konzept, Storytelling, KI-Bild- und Videogenerierung, klassisches Editing und Sounddesign) eigenständig von Anfang bis Ende umgesetzt wurde und real im Gemeindeleben ankommt, nicht nur als Show-Case existiert.

Das Reel

Das fertige Einladungsreel, 42s, 1080×1920, mit eingebetteter Musik

Erkenntnisse

KI ersetzt den Schnitt nicht: Der wichtigste Teil dieses Projekts war nicht die Generierung einzelner Bilder oder Videos, sondern die Entscheidung, wie ich sie miteinander verbinde. KI erzeugt Material: die Geschichte entsteht erst im Schnitt.

Kleine Aufgaben funktionieren besser als große

Für generatives Video gilt: Eine klare Aktion pro Clip ist zuverlässiger als eine komplexe Choreografie in einem Schritt.

Nicht jede KI-Schwäche muss mit noch mehr KI gelöst werden: Match Cut, harter Schnitt, Schnitt auf Bewegung, ein Objekt, das die Kamera verdeckt, oder eine Sound Bridge lösen viele Probleme eleganter als ein weiterer Generierungsversuch. Und: Erst die Story, dann die Technik. Wenn eine technische Lösung nicht funktionierte, habe ich nicht die Geschichte aufgegeben, sondern nach einer anderen filmischen Übersetzung gesucht.

Verwandte Projekte

Mehr zu meiner Arbeit mit KI-gestützter Gestaltung gibt es im Projekt WIGALICHT, weitere Projekte in der Portfolio-Übersicht.